01.07.2019

Die Kirschen sind reif

Ermstäler Knorpelkirschen, Bild: Kreis Reutlingen

Die regionale Kirschernte läuft zurzeit auf Hochtouren. Im Landkreis Reutlingen ist der Kirschenanbau besonders im Ermstal verbreitet. Die frostempfindlichen Bäume stehen hier in aller Regel an mittleren Hanglagen und können so während der Blütezeit der Kaltluft entgehen, die sich in der Tallage unten sammelt und regelrechte Kaltluftseen bilden kann.

Nun sind die Früchte reif und mancher Baum biegt sich unter dem vielen Erntegut. Da die stark wachsenden Kirschbäume häufig um die zehn Meter hoch sind, ist bei der Ernte mit langen Leitern Standfestigkeit gefragt. Um schwere Unfälle zu vermeiden, sollten Leitern unbedingt im oberen Abschnitt an einem stärkeren Ast befestigt werden. Besonders aufzupassen ist auf Wühlmausausgänge, die plötzlich nachgeben können.

Traditionell findet die Ernte der Kirschen in den früheren Morgenstunden statt. Zur pfleglichen Ernte der Tafelkirschen gehört es, den Stiel mit zu pflücken: so bleiben die Früchte am Stielansatz unbeschädigt und der Baum erhält den Impuls, auch für das nächste Jahr wieder Blütenknospen zu entwickeln.

Die meisten Kirschbäume sind Sorten von Tafelkirschen zum Frischverzehr, weniger häufig sind die sehr kleinen aber hocharomatischen und süßen Brennkirschen, die zur Ernte geschüttelt werden.

Der Kirschenverkauf gehört zu den erträglichen Einkünften aus den Streuobstwiesen. Auch wenn die fachliche Handarbeit ihren Preis hat, fallen keine Transportkosten an -  also auch kein CO2 für lange Wege oder lange Kühlung. Gleichzeitig fördert der Kauf die Bewirtschaftung unserer heimischen Kulturlandschaft.

Voraussetzung für eine gute Kirschenernte, ist eine pflegliche Bewirtschaftung. Mit einer sachgerechten Pflege der Bäume, können diese vor ungebremsten Pilzbefall und vor Maden der Kirschfruchtfliege geschützt werden. Auch die Fruchtmonilia, eine Pilzkrankheit, die von nicht entfernten Fruchtmumien des Vorjahres her rührt und sich in dicht hängenden Früchten als Schimmel ausbreitet, stellt eine Gefahr für ungepflegte Bäume dar.

Wer sich über die richtige Pflege der Obstbäume informieren will, kann sich bei den örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen zu Schnittkursen anmelden. Auch Fachliteratur kann hilfreiche Tipps geben.

Wer Interesse hat, ein Gütle zu pachten oder zu kaufen, kann über Anrainer oder Rathäuser Kontakt zum Besitzer aufnehmen. So können Gütle, die durch den Eigentümer nicht mehr gepflegt werden können, wieder genutzt werden. Oftmals sieht man solche Wiesen oder Gütle mit ungemähten Wiesen und Bäumen mit hohem Behang. Doch auch hier gilt das gleiche wie bei gepflegten Wiesen, dass man sich nicht einfach an den Früchten und somit fremdem Eigentum bedienen darf.

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