30.05.2017

24. Deutscher Mühlentag am Pfingstmontag

Am Pfingstmontag, 5. Juni 2017, findet der 24. Deutsche Mühlentag statt. Auch die Pfullinger Museen, bestehend aus dem Mühlen- und Trachtenmuseum in der ehemaligen Baumann‘schen Mühle sowie dem Stadtgeschichtlichen Museum im Schlössle, der multimedialen Ausstellung im Klosterareal und die Neske-Bibliothek beteiligen sich wieder an diesem Aktionstag. Traditionell ist auch die Flad‘sche Sägemühle wieder geöffnet.

In Pfullingen existierten schon im 13. Jahrhundert verschiedene Mühlen, unter anderem die Baumann‘sche Mühle, die Schlossmühle beim Rempenschloss, die Volk‘sche Mühle (Kraußstraße 6/2) und die Rehm‘sche Mühle (Leonhardstraße 19). Im Laufe der Jahrhunderte baute man Mühlen zum Zerkleinern und zum Bearbeiten von allerhand Materialien: es gab Säg-, Walk-, Papier-, Hanf-, Flachs-, Öl-, Gips-, Pulver- und Schleifmühlen.  

Die Baumann‘sche Mühle – heute ein Kulturdenkmal – ist nach ihrer Renovierung die letzte noch funktionsfähige Mühle, in der heute das Mühlen- und Trachtenmuseum untergebracht ist. In dem der Echaz zugewandten Teil der ehemaligen Baumann‘schen Mühle wurde die technische Einrichtung der früheren Haydt‘schen Mühle eingebaut. Diese war noch bis Ende der 1970er Jahre in Betrieb, eine Getreidemühle, wie sie in dieser Art landauf, landab seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Kundenmühle für die ortsansässigen Bauern üblich war. Die funktionsfähige Mühle geht über vier Stockwerke und ist mit vier Mahlgängen und einem Mühlenaufzug ausgestattet. Sie ist das Herzstück des Museums. Leicht überschaubar – wie das im normalen Arbeitsbetrieb nicht möglich war – können Mahlgänge, Becherwerke, Reinigungsmaschinen, Plansichter und sonstige Einrichtungen studiert werden. Das Museum informiert nicht nur über die Verbesserung der Mühlentechnik vom einfachen Mühlstein bis zum Walzenstuhl und nicht nur über die frühere Bedeutung der Kornmüllerei und über die soziale Stellung des Müllers, sondern auch über die Nutzung der Wasserkraft, beginnend mit verschiedenen Arten von Wasserrädern bis zur modernen Turbine.

Für die Besucher ist die Baumann‘sche Mühle am Deutschen Mühlentag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Führungen werden um 11.00 Uhr, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr mit Martin Fink durch das Mühlenmuseum und um 14.00 Uhr im Trachtenmuseum durch Dorothea Brenner angeboten. Die diesjährige Sonderausstellung des Schwäbischen Albvereins im Trachtenmuseum „mal anders beTRACHTET“ ist ebenfalls ab 10.00 Uhr zu besichtigen.

Seit dem letzten Jahr können die Besucherinnen und Besucher auch außerhalb der Führung mehr über die ausgestellten Trachten erfahren. Infostellen mit entsprechender Audio-Führung erzählen die Geschichte(n) zu den Trachten, die aus der Zeit des 18. bis 20. Jahrhunderts stammen. Möglich wurde dieses neue Angebot Dank der finanziellen Unterstützung durch das „Biosphärengebiet Schwäbische Alb“, da das Trachtenmuseum ein Informationszentrum des BSA ist.

Der Schwäbische Albverein bewirtet in der Mühlenstube mit Produkten aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es gibt Alblinsen, Kaffee und hausgemachte Kuchen. Wie auch in den Vorjahren wird ein Kindermalwettbewerb und ein Museumsquiz in der Mühlenstube angeboten, bei dem es natürlich auch etwas zu gewinnen gibt.

Bei einem anderen Streifzug durch das alte Klosterareal tauchen die Besucherinnen und Besucher in eine andere Welt ein: Mitten in der Stadt und doch verschlossen hinter hohen Mauern, lassen sich in einer multimedialen Ausstellung Einzelheiten über das mittelalterliche Klosterleben im zweitältesten Klarissenkloster Deutschlands erfahren. Einzigartig in Europa ist das im Original erhaltene Sprechgitter, an dem man unmittelbar nachvollziehen kann, was es für die Nonnen bedeutete, Besuche zu empfangen und wie schwierig sich dort die Gespräche gestalteten. Das von Armut, Demut und Gehorsam geprägte Leben der Nonnen wird den Besuchern in einer musealen Dauerausstellung im ehemaligen „Waschhaus“ des Klosters nähergebracht. Zusätzlich runden im Erdgeschoss der Klosterkirche eine audiovisuelle Präsentation der Klostergeschichte und ein Rundgang zu den – auch nachklösterlichen – historischen Relikten im Klostergarten das Angebot ab.

Das Kloster ist geöffnet von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr, eine Führung mit Reinhart Haug findet um 11.00 Uhr.

Momentan ist in der Klosterkirche die Ausstellung “DIE KREATIVEN – Pfullinger Kunstschaffende stellen aus“ zu sehen. Diese ist von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Die „Neske-Bibliothek“ (Klosterstraße 28), ehemalige Privatbibliothek der Fabrikanten- und Verlegerfamilie Gayler und Neske im Pfullinger Klostergarten wurde erhalten und mit großzügiger Unterstützung der Marbacher Arbeitsstellen für literarische Museen und den Leihgaben der Familie Neske mit einer einzigartigen Ausstellung ausgestattet, die den Umfang und die Lebendigkeit der damaligen Verlagsarbeit widerspiegelt. 1951 gegründet, wurde der Verlag Günther Neske in den 40 Jahren seines Bestehens, zu einem der bedeutenden deutschen Verlage der Nachkriegszeit. Die Neske-Bibliothek ist am Deutschen Mühlentag von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu besichtigen, Felicitas Vogel bietet um 15.00 Uhr eine Führung an.

Im Stadtgeschichtlichen Museum (Schlössle) präsentiert der Geschichtsverein dieses Jahr die Sonderausstellung „Pfullinger Lebensbilder“. Die Ausstellung, welche von unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Pfullinger Geschichte erzählt, kann in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden.

Der Eintritt ist in allen Museen frei.

Traditionell dabei ist die Flad´sche Sägemühle in der Hohe Straße 10. Von 1846 bis 1861 war dort eine Fadenzwirnerei untergebracht. 1861 wurde eine Holzgattersäge eingebaut, die bis 1967 mittels eines unterschlächtigen Wasserrades ihren Dienst tat. Dieses Wasserrad steht heute als Anschauungsobjekt an der Römerstraße. Seit 1967 treibt eine 21 PS (15 KW) starke Turbine die Säge an. Im Jahre 1997 wurde mit dieser Säge das letzte Mal offiziell gearbeitet. Herr Otto Flad wird an diesem Tag die Sägemühle zur Demonstration für die Besucher in Betrieb nehmen. Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Es gibt original schwäbisches Rettichvesper mit einem Vierling Wurst, Ripple, Käse oder Schwarze Wurst sowie Pommes für die kleinen Besucher. Die Mühle kann von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr besichtigt werden.

 

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